Der Funke, mit dem alles begann

Vor mehr als 70 Jahren erkannten Schweizer Ingenieure industrielles Potenzial, wo andere nur Laborexperimente sahen. Heute ist AGIE CHARMILLES weltweit eine Referenz in der Funkenerosions-Technologie. Hier erfahren Sie, wie es dazu kam – Jahrzehnt für Jahrzehnt.

Die Innovation geht weiter.

Acht Jahrzehnte Innovation

Im Jahr 1954 stellte Charmilles die ELERODA D1 vor, die erste industrielle Funkenerosionsmaschine. Im selben Jahr gründete AGIE die AGIETRON AZ4. Innerhalb weniger Jahre installierten Unternehmen weltweit Hunderte dieser Maschinen. Der ISOPULSE-Generator (1959) verbesserte die Entladungsenergie und die Oberflächenqualität.

AGIE und Charmilles entwickelten die Impulstechnologie mit den Generatoren Agiepuls und Isopulse weiter und steigerten so Abtragsrate und Prozessstabilität. Die CHARMILLES D10 verkaufte sich rund 7'000 Mal und zählt zu den erfolgreichsten EDM-Maschinen. 1969 führte AGIE die erste industriell relevante NC-Draht-Funkenerosion-Maschine AGIECUT DEM 15 ein, die die digitale Präzisionsfertigung voranbrachte.

Charmilles brachte die Drahtschneidemaschine F40 DCNC auf den Markt (über 4'000 verkaufte Einheiten). AGIE entwickelte einen transistorbasierten Generator, der kurze Impulse mit hoher Amplitude lieferte (über 7'000 Einheiten). Die ISOCUT-Technologie mit 3D-Orbitbewegung veränderte die Bearbeitung von Hohlräumen. 1979 steigerte das erste automatische System für das Gewindeschneiden die Autonomie und Produktivität.

Mit der Charmilles ROBOCUT hielt das CNC-Senkfräsen Einzug. Danach erweiterte der Hersteller die Produktfamilien rasch: ROBOFIL, ROBOFORM und AGIECUT 100/200/300 mit Bildschirmdialog, Kegelschnitt und automatischem Einfädeln. Das Jahrzehnt endete mit Modellen mit erweiterter Kapazität. Die Entwicklung zielte auf höhere Autonomie, bessere Oberflächenqualität und kundenorientierte Technik.

Digitale Intelligenz und Automatisierung prägten die Funkenerosion. AGIE führte EXPERTRON (1990) ein und ließ Fuzzytron (1991) patentieren. Diese Systeme zählten zu den ersten Anwendungen künstlicher Intelligenz in der Funkenerosion. Charmilles brachte die ROBOFIL 310 auf den Markt und später die ROBOFIL 1030-Serie mit integrierten Programmexperten. 1996 schloss sich AGIE SA mit Georg Fischer (GF) zusammen. AGIEVISION wurde zur ersten standardisierten CNC-Plattform für Drahterodier- und Senkerodiermaschinen. 1998 führte die ROBOFORM 2400 QCR die integrierte Roboterautomatisierung ein.

Der erste automatische Drahtwechsler ermöglichte den Wechsel des Drahtdurchmessers während der Hauptbearbeitung. Die AGIECUT Vertex setzte mit ihrem Monoblock-Design neue Maßstäbe im Mikrozerspanungsbereich. Die einheitliche AGIE CHARMILLES-Plattform vereinte Technologien verschiedener Marken. Das nahezu verschleißfreie Senkfräsen mit Hyperspark iQ steigerte die Elektrodeneffizienz.

Beim Senkerodieren erreichte man eine Oberflächenqualität von 26 nm. Die „Cut and Coat“-Technologie und die integrierte Vision Einheit entwickelten die Funkenerosion weiter. Die CUT P-Serie führte den kabellosen Generator für bessere Funkenstabilität ein. 2019 ermöglichte ISPS-Spark Track die Echtzeit-Erkennung der Funkenposition entlang des Drahtes.

Die iWire Low Wear-Technologie senkt den Drahtverbrauch und bewahrt die Qualität. Die CUT X-Serie vereint den Intelligent Power Generator, die UNIQUA-HMI und Automatisierung. FORM eCAM steigert die Produktivität in der Senkerodierung. 2025 schloss sich GF Machining Solutions unter dem Namen UNITED MACHINING SOLUTIONS der UNITED GRINDING Group an. 2026 erweiterte die CUT S-Serie das Draht-EDM-Portfolio für die Fertigung der nächsten Generation.